Gedanken zur Hörspielarbeit (1)

Wann immer ich Gedanken an ein neues Projekt habe, stelle ich mir die gleichen Fragen:

„Ist das, was ich erzählen möchte, wert, erzählt zu werden?“

„Wie muss die Geschichte erzählt werden, damit ich sie spannend und unterhaltsam finde?“

„Kann ich der Geschichte auf formaler Ebene – im Bezug auf das Medium Hörspiel – eine oder mehrere neue Facetten hinzufügen?“

Nicht immer kann ich all diese Fragen mit „Ja“ beantworten und so passiert es, dass ich viele Ideen wieder verwerfen muss. Diese werden aber nicht weggeworfen, sondern auf einem großen Stapel abgelegt, denn kein Einfall ist so schlecht, dass man ihn nicht in der einen oder anderen Form doch noch verwenden kann.

Aber dennoch geht viel Zeit bei der Ideenfindung und der Stoffentwicklung dadurch verloren, dass ich mich verrenne. Dass ich, obwohl mit den besten Absichten gestartet, später sagen muss: „Was für ein Murks!“

Ein Beispiel: Aktuell befasse ich mich mit den Gedanken an ein Kurzhörspiel im Stile von Blind Date. In einem langen (und auch etwas rotwein-seligen) Gespräch mit Dimitris Liatsos, dem Komponisten der Lula-Hörspielmusik, reiften erste interessante Ideen von denen eine mich nicht mehr losgelassen hat! Und doch ist es in diesem Fall passiert, dass ich viel Mühe und Arbeit in einen Text gesteckt habe, nur um dann erschrocken festzustellen: Das will doch keiner hören!* Aber ich konnte für mich nicht jede der drei oben gestellten Fragen positiv beantworten. Also habe ich diese Idee wieder verworfen und richte meinen Focus nun auf andere Einfälle.

Denn dieser Rückschlag ändert überhaupt nichts daran, dass ich nicht an der Idee eines kurzen knackigen Hörspiels festhalte. Davon bin ich nämlich nach wie vor überzeugt, da die Vorteile für mich klar auf der Hand liegen:

– Man lernt, sich sowohl beim Verfassen des Textes, als auch bei dessen akustischer Umsetzung, auf das Wesentliche zu konzentrieren. Eine Geschichte kurz und prägnant zu erzählen, ist nämlich mindestens genauso schwer, wie sie episch und breit zu verfassen.

– Das Interesse der Hörer wird schneller geweckt, die so einen „Hörspielhappen für zwischendurch“ leichter genießen können.

– Und der Produktionsaufwand wird erheblich geringer und kostengünstiger – für mich als freien Hörspielmacher natürlich auch kein ganz unwichtiger Punkt.

Also heißt es für mich: Weiter offen und kreativ bleiben – und es bleibt spannend. Für mich, weil ich diese Phase der ersten Stoffentwicklung immer sehr anregend und prickelnd finde und auch für euch, lieber Lese und Hörer, weil ihr hoffentlich mit Interesse auf ein neues hystereo-Hörspiel wartet!

Viele Grüße,

Ralf von hystereo

* Hier gehe ich selbstverständlich nur von mir aus – in meiner Funktion meines ersten Kritikers. Denn ob den Stoff wirklich niemand hören will kann ich zu diesem Zeitpunkt schwerlich beurteilen!

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